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Welche globalen Cross-Border-E-Commerce-Plattformen gibt es? Regionale Marktplätze im Überblick

Beim grenzüberschreitenden Handel ist die Wahl der Plattform genauso wichtig wie die Wahl des Marktes. Dieser Leitfaden stellt nach Regionen wie Nahost, Europa, Lateinamerika, Südostasien und Nordamerika relevante Marktplätze wie ZoodMall, OTTO, Casas Bahia, Wildberries und Noon vor, erläutert grundlegende Anforderungen für Verkäufer und zeigt, wie sich mehrere Shop-Konten verwalten lassen.

Im Cross-Border-E-Commerce gibt es neben globalen Plattformen wie Amazon und eBay in vielen Regionen starke lokale Marktplätze. Sie bündeln viel Traffic, bieten häufig besser kontrollierbaren Wettbewerb und können ein wichtiger Einstieg in einzelne Märkte sein. Anforderungen, Abrechnung und bevorzugte Kategorien unterscheiden sich jedoch deutlich. Dieser Beitrag ordnet interessante Plattformen nach Regionen ein und hilft dabei zu beurteilen, wo sich ein Shop lohnt und welche Voraussetzungen nötig sind.

Zuerst klären: Warum Plattformen nach Region auswählen?

Eine Plattform auszuwählen bedeutet im Grunde, einen Markt auszuwählen. In Brasilien, Russland, dem Nahen Osten, der Türkei, Indonesien und anderen Regionen unterscheiden sich Einkaufsgewohnheiten und lokale Logistik deutlich. Internationale Plattformen decken nicht jeden Markt gleich gut ab, während lokale Anbieter oft eine höhere Marktdurchdringung haben. Eine Plattform als „Einstiegstor in ein Land“ zu betrachten, ist daher meist sinnvoller, als nur nach Bekanntheit zu entscheiden.

Entscheidungsrahmen zur Bewertung von Unternehmensform, Steuern, Logistik und Kategorie ausgehend vom Zielmarkt vor der Plattformwahl

Naher Osten und Türkei

Noon ist unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten aktiv und konzentriert sich auf lokalisierte Kategorien wie Mode, Wohnen und Elektronik. Die Anforderungen an Verkäufer unterscheiden sich je nach Markt. Häufig sind ein registriertes Unternehmen und gewisse Plattform-Erfahrung erforderlich; Logistik und Zollabwicklung müssen Verkäufer teilweise selbst organisieren. Maßgeblich sind die offiziellen Aufnahmebedingungen.

Trendyol gehört zu den führenden türkischen E-Commerce-Plattformen für Mode und ist besonders stark bei Damenmode, Herrenmode und Sportartikeln. Der Marktplatz richtet sich derzeit vor allem an in der Türkei registrierte Unternehmen. Chinesische Verkäufer müssen in der Regel zunächst eine lokale Gesellschaft gründen oder mit einem lokalen Partner zusammenarbeiten. Da sich Regeln schnell ändern können, sollten die offiziellen Vorgaben geprüft werden.

ZoodMall richtet sich an aufstrebende Märkte in Zentral- und Westasien sowie im Nahen Osten und verkauft unter anderem Bekleidung, Mobiltelefone und Elektronik. Für chinesische Cross-Border-Verkäufer wurde zeitweise ein provisionsbasiertes Modell ohne jährliche Plattformgebühr angeboten. Aktuelle Gebühren sollten anhand der neuesten offiziellen Richtlinien geprüft werden.

Europa

OTTO ist einer der größten deutschen Universalhändler im E-Commerce und öffnet seinen Marktplatz neben dem Eigengeschäft auch für Drittanbieter. Die Anforderungen an Umsatz, deutschsprachigen Kundenservice, lokale Steuerpflichten und Verpackungs-Compliance sind vergleichsweise hoch. Die Plattform eignet sich daher eher für Verkäufer mit gewisser Größe und der Fähigkeit, in Lokalisierung zu investieren.

Bol bedient Belgien, die Niederlande und Luxemburg und zählt zu den führenden europäischen E-Commerce-Plattformen. Das Sortiment reicht von Büchern und Elektronik bis zu Spielzeug, Babyartikeln, Gesundheit und Wohnen. Üblicherweise benötigen Verkäufer eine europäische Umsatzsteuer-ID, müssen zugesagte Lieferzeiten einhalten und Rücksendungen unterstützen. Die konkreten Bedingungen richten sich nach den offiziellen Vorgaben.

ManoMano ist ein europäischer vertikaler Marktplatz für DIY, Garten und Wohnen und ist unter anderem in Frankreich, Italien und Deutschland aktiv. Er eignet sich für Verkäufer von Elektrowerkzeugen, Gartenbedarf und ähnlichen Kategorien. Häufig werden Unternehmensnachweise, eine europäische Steuernummer und eine bestimmte Anzahl an SKUs verlangt.

Lateinamerika

Casas Bahia ist ein traditionsreicher brasilianischer Händler und E-Commerce-Anbieter mit Schwerpunkt auf Möbeln, Haushaltsgeräten und Elektronik. Durch sein Filialnetz genießt die Marke auch offline großes Vertrauen. Steuern und Compliance sind in Brasilien relativ komplex; Verkäufer benötigen in der Regel eine registrierte Gesellschaft und ein regelkonformes Zahlungskonto.

Americanas ist eine bekannte brasilianische Universal-E-Commerce-Plattform mit großer aktiver Nutzerbasis. Wichtige Kategorien sind 3C-Elektronik, Spielzeug, Küche und Wohnen. Ausländische Verkäufer müssen häufig grenzüberschreitend versenden und bestimmte Lieferzeiten einhalten. Die aktuelle Aufnahmeform ist den offiziellen Händlerunterlagen zu entnehmen.

Magazine Luiza ist ein großer brasilianischer Omnichannel-Händler mit breitem B2C-Angebot. Verkäufer müssen lokale Anforderungen an Unternehmensregistrierung, etwa CNPJ, sowie Steuer- und Produkt-Compliance erfüllen. Es gelten die jeweils aktuellen offiziellen Standards.

Russischsprachiger Raum und Osteuropa

Wildberries ist eine große russische Online-Verkaufsplattform für Schuhe und Bekleidung, Elektronik, Babyartikel, Wohnen und weitere Kategorien. Bekannt wurde sie früh durch landesweite Zustellung. Für die Aufnahme sind meist ein geeigneter Unternehmensstatus oder eine regelkonforme Rechtseinheit im russischsprachigen Raum, konforme Produkte und stabile Logistik erforderlich. Da sich Bedingungen schnell ändern, gelten die offiziellen Regeln.

Yandex.Market basiert auf dem Yandex-Ökosystem und ist eine wichtige russische Preisvergleichs- und Shopping-Plattform. Für diesen Markt werden üblicherweise russischsprachige Produktinformationen, Preise in Rubel und lokale Fulfillment-Fähigkeiten benötigt, was einen höheren Lokalisierungsaufwand bedeutet.

Südostasien und Indien

Tiki ist eine schnell wachsende vietnamesische B2C-Plattform, die mit Büchern begann und sich zu einem allgemeinen Marktplatz entwickelt hat. Bukalapak und Blibli sind wichtige E-Commerce-Kanäle in Indonesien und verlangen häufig Unternehmensnachweise sowie lokalisierte Abläufe. In Indien sind unter anderem Myntra für Mode und Flipkart interessant; Anforderungen an Unternehmensstruktur und lokale Steuern wie GSTIN sind vergleichsweise streng.

Aufstrebende Märkte in Afrika

Kilimall wurde in Kenia gegründet und konzentriert sich auf afrikanische Märkte. Zugelassen sind Unternehmen und teilweise auch Einzelverkäufer; Gebühren richten sich nach Shop-Typ und Stufe. KiKUU bedient mehrere afrikanische Märkte und verkauft vor allem Bekleidung, Taschen und Unterhaltungselektronik. Die Aufnahme wird anhand von Qualifikation und Lieferfähigkeit bewertet.

Shop-Konten auf mehreren Plattformen verwalten

Viele Verkäufer eröffnen zunächst auf zwei oder drei Plattformen jeweils ein oder zwei Shops, testen Kategorien und skalieren erst nach erfolgreicher Validierung. Das Problem liegt oft nicht bei den Plattformen selbst, sondern in der Verwaltung, sobald mehr Konten und Shops hinzukommen. Konten, Login-Umgebungen, Zahlungsinformationen und Mitarbeitende verschiedener Plattformen können durcheinandergeraten. Dadurch steigt das Risiko, die falsche Umgebung zu öffnen, Cookies zu vermischen oder Konfigurationen eines Marktes auf Shops eines anderen Marktes zu übertragen.

Wenn solche Probleme bei mehreren Plattformen und Shops auftreten, kann ein Tool zur Verwaltung isolierter Browserumgebungen für mehrere Konten wie PurpleMark helfen. Im Web-Arbeitsbereich lassen sich für verschiedene Plattformen und Märkte getrennte Browserumgebungen anlegen, den passenden Konten zuordnen und gruppieren. Bei Bedarf wird die richtige Umgebung direkt nach Name geöffnet, wodurch spontane Wechsel und Cookie-Vermischung reduziert werden. Teams in mehreren Märkten können über Mitgliederberechtigungen und Umgebungsübertragungen außerdem klar festlegen, wer für welchen Shop verantwortlich ist. Bei Bedarf lässt sich die PurpleMark-Webversion öffnen, um Shop-Konten von Anfang an getrennt zu organisieren.

Fazit

Vor der Wahl einer Cross-Border-E-Commerce-Plattform sollten zuerst Zielmarkt, verfügbare Produktkategorien und vorhandene Qualifikationen festgelegt werden. Danach ist es meist effizienter, Kanäle mit hoher lokaler Marktdurchdringung auszuwählen, statt wahllos viele Shops zu eröffnen. Aufnahmebedingungen, Provisionen und Abrechnungsmodelle ändern sich häufig; deshalb sollten vor dem Start immer die offiziellen Händlerinformationen der jeweiligen Plattform geprüft werden.

Häufig gestellte Fragen

Muss man im Cross-Border-E-Commerce mehrere Plattformen betreiben? Nein. Sinnvoll ist meist, zunächst ein oder zwei Plattformen auszuwählen, die zu Produktkategorie und Zielmarkt passen, dort Produktauswahl, Logistik und Abrechnung zu validieren und erst anschließend schrittweise zu erweitern.

Sind die Hürden bei regionalen Plattformen höher? Viele regionale Plattformen verlangen lokale Qualifikationen, Sprachkenntnisse und Steuer-Compliance. Die Hürden sind daher eher „lokaler“ als grundsätzlich höher. Prüfen Sie zuerst, ob Unternehmens- und Fulfillment-Anforderungen erfüllt werden können, bevor Sie in den Markt eintreten.