Viele Händler übersehen, dass der von PayPal verwendete Wechselkurs bei der Währungsumrechnung oft ungünstiger als der Marktkurs ist und unbemerkt die Marge schmälert. Dieser Artikel erklärt, woher die Kursdifferenz kommt und wie Sie beim Bezahlen eine günstigere Umrechnungsoption wählen können.
Im grenzüberschreitenden E-Commerce achten viele genau auf Plattformprovisionen und Logistikkosten, übersehen aber leicht einen versteckten Kostenfaktor: den PayPal-Wechselkurs. Wenn Händler grenzüberschreitende Zahlungen empfangen oder leisten und standardmäßig die PayPal-Währungsumrechnung nutzen, kann unbemerkt eine zusätzliche Gebühr entstehen. Dieser Artikel erklärt, woher die Unterschiede beim PayPal-Wechselkurs kommen und wie Sie beim Bezahlen eine günstigere Umrechnungsart wählen können.
Warum wirkt der PayPal-Wechselkurs „zu hoch“?
Der Kurs, den PayPal bei einer Währungsumrechnung verwendet, entspricht nicht dem Echtzeitkurs, den Sie am Devisenmarkt sehen. Der Unterschied liegt darin:
- Marktwechselkurse werden durch das weltweite Angebot und die Nachfrage nach Währungen bestimmt;
- PayPal-Wechselkurse sind die von PayPal für Währungsumrechnungen verwendeten Kurse und enthalten in der Regel einen zusätzlichen prozentualen Aufschlag. Diese Währungsumrechnungsgebühr ist eine der Einnahmequellen von PayPal.
Wenn Sie also eine Transaktion in einer Fremdwährung abwickeln und PayPal die Umrechnung übernehmen lassen, zahlen Sie möglicherweise unbemerkt eine zusätzliche Kostenstufe. Viele Händler bemerken das nicht und lassen PayPal standardmäßig umrechnen, was sich langfristig zu einem erheblichen Betrag summieren kann.
Wovon hängt die Höhe der Kursdifferenz ab?
Der Nachteil des PayPal-Wechselkurses ist nicht für alle Nutzer gleich deutlich. Ein wichtiger Faktor ist die Art der hinterlegten Karte:
- Manche Karten, darunter bestimmte Visa-Karten, verwenden bei Transaktionen einen Umrechnungskurs nahe am durchschnittlichen Marktkurs, sodass der Einfluss des höheren PayPal-Kurses geringer sein kann;
- Bei anderen Karten, etwa einigen MasterCard- oder American-Express-Karten, kann der PayPal-Umrechnungskurs deutlich über dem Kurs liegen, den Ihr Kartenherausgeber anbieten würde.
Das liegt daran, dass PayPal ein eigenes Währungsumrechnungsverfahren nutzt und sein Kurs häufig etwas höher ist als die Kurse, die Kartennetzwerke oder Herausgeber wie Visa, MasterCard und UnionPay bereitstellen. Welche Umrechnungsart Sie bei einer Fremdwährungszahlung über PayPal wählen, entscheidet direkt darüber, wer diese Kursdifferenz trägt.
Wie lässt sich dieser Wechselkursverlust vermeiden?
Der Kerngedanke lautet: Lassen Sie die Währungsumrechnung über den Kurs Ihres Kartenherausgebers laufen und nicht über den PayPal-Umrechnungskurs. Vereinfacht gesagt sollten Sie PayPal beim Bezahlen den Betrag nicht in die Währung Ihrer Karte umrechnen lassen, sondern „in der ursprünglichen Transaktionswährung (der Währung des Verkäufers)“ zahlen. Dann übernimmt Ihr Kartenherausgeber die Umrechnung zu seinem Kurs, der häufig näher am Marktkurs liegt.
In der Praxis finden Sie diese Option meist in den PayPal-Zahlungseinstellungen oder in den Einstellungen zur Zahlungsquelle beziehungsweise Abrechnung. Bei einer hinterlegten, nicht bevorzugten Karte stellen Sie die Währungsumrechnung auf „in der vom Verkäufer angegebenen Währung abrechnen“ statt auf „Währung mit PayPal umrechnen“. So lässt sich der zusätzliche Wechselkursaufschlag von PayPal vermeiden.
Beachten Sie, dass sich Oberfläche und Menüpunkte von PayPal durch Updates ändern können. Bereiche wie „vorab genehmigte Zahlungen verwalten“ oder „Umrechnungsoptionen“ können je nach Region und Zeitpunkt an unterschiedlichen Stellen zu finden sein. Orientieren Sie sich bei der Einrichtung an den Optionen, die in Ihrem aktuellen PayPal-Konto tatsächlich angezeigt werden, und suchen Sie nach Einstellungen zu „Währungsumrechnung / Abrechnungswährung“.

Einige Hinweise zur Nutzung
- Zwischen „Zahlen“ und „Empfangen“ unterscheiden: Diese Anpassung betrifft vor allem Situationen, in denen Sie als Zahlender eine Fremdwährung begleichen. Empfänger sollten ihre Abrechnungswährung ebenfalls passend zum tatsächlichen Geschäftsmodell prüfen;
- Nicht nur den Wechselkurs, sondern auch Gebühren prüfen: Ihr Kartenherausgeber kann eigene Fremdwährungsgebühren berechnen oder eine Regelung ohne Auslandseinsatzentgelt anbieten. Rechnen Sie beides zusammen und wählen Sie die Variante mit den niedrigeren Gesamtkosten;
- Offizielle Angaben beachten: PayPal kann Gebührenstruktur und Wechselkurspolitik ändern. Maßgeblich sind die von PayPal veröffentlichten Informationen, nicht veraltete Online-Anleitungen;
- Nicht als Spekulationsinstrument verstehen: Hier geht es um eine regelkonforme Steuerung der Abwicklungskosten, nicht darum, Regeln für Arbitrage oder Umgehungen auszunutzen.
Kurz gesagt
Der PayPal-Wechselkurs kann höher wirken, weil die integrierte Währungsumrechnung zusätzliche Gebühren enthält. Sparen lässt sich vor allem, indem Sie bei Fremdwährungszahlungen in der ursprünglichen Währung des Verkäufers abrechnen und den Kurs Ihres Kartenherausgebers nutzen, statt PayPal umrechnen zu lassen. Prüfen Sie immer die aktuell in Ihrem PayPal-Konto angezeigten Einstellungen und rechnen Sie sowohl Wechselkurs als auch Kartenherausgebergebühren ein, damit Ihre grenzüberschreitenden Finanzierungskosten transparent bleiben.


