Gestohlene Steam-Konten werden meist nicht technisch „geknackt“; der Zugang wird häufig durch falsche Logins oder Freigaben preisgegeben. Dieser Leitfaden erklärt drei typische Diebstahlwege, die richtige Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung und Wiederherstellungscodes sowie die praktischen Regeln für Familienfreigabe und regionsübergreifende Käufe.
Der Wert eines Steam-Kontos liegt weniger im Konto selbst als in den Spielen und Gegenständen der Bibliothek. Deshalb sind solche Konten häufig Ziel von Angriffen, für die meist keine besonders ausgefeilte Technik nötig ist.

Bei gestohlenen Konten wurde die Tür oft selbst geöffnet
Phishing-Anmeldeseiten sind der häufigste Weg. Links aus Suchergebnissen, privaten Nachrichten in Communities oder Handelsgruppen können zu einer Seite führen, die der Steam-Anmeldung fast vollständig gleicht und deren Domain sich nur um ein oder zwei Buchstaben unterscheidet. Wer dort Benutzername und Passwort eingibt, übergibt sie im nächsten Moment an Dritte.
Ein weiterer Weg führt über autorisierte Anmeldungen bei Drittanbieter-Handelsseiten und Case-Opening-Seiten. Diese Dienste fordern zur Anmeldung mit dem Steam-Konto auf und erhalten nach der Autorisierung Zugriff auf bestimmte Kontoinformationen. Unseriöse Anbieter können den Umfang weiter ausdehnen als erwartet. Wertvolle Skins und Gegenstände werden danach häufig schrittweise übertragen.
Auch das Teilen eines Kontos ist riskant. Konten unter Freunden zu verleihen oder an mehreren Orten abwechselnd anzumelden wirkt zunächst wie reine Vertrauenssache. Doch eine einzige Anmeldung in einem Internetcafé oder auf einem unsauberen Gerät kann das Konto offenlegen. Gemeinsame Nutzung macht zudem die Anmeldehistorie unübersichtlich, sodass Warnungen vor ungewöhnlichen Zugriffen leichter übersehen werden.
Zwei-Faktor-Authentifizierung zuerst richtig einrichten
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung von Steam heißt Steam Guard. Nach der Installation der Steam-App auf dem Smartphone lässt sie sich in den Einstellungen aktivieren. Danach wird neben dem Passwort auch ein dynamischer Code aus der App benötigt.
Ein leicht übersehenes Detail sind die Wiederherstellungscodes, die bei der Aktivierung ausgegeben werden. Sie helfen, die Authentifizierung wiederherzustellen, wenn das Smartphone verloren geht oder die App neu installiert wird. Diese Codes sollten offline aufbewahrt werden, etwa auf Papier oder an einem Ort ohne Internetverbindung. Viele merken erst nach einem Defekt des Telefons, dass sie sich weder bestätigen können noch einen Wiederherstellungscode gespeichert haben und deshalb nicht mehr ins Konto gelangen.
E-Mail-Codes sollten nur als Ergänzung dienen und nicht die Hauptverteidigung sein. Auch das E-Mail-Konto sollte eigenständig sein und nicht dieselbe Adresse wie andere Konten verwenden.
Was die Familienfreigabe kann und was nicht
Die Familienfreigabe ist eine offizielle Funktion. Sie teilt die Spielebibliothek, nicht das Konto. Dieser Unterschied wird häufig missverstanden.
Die Autorisierung muss von beiden Seiten auf demselben Gerät eingerichtet werden und kann jederzeit widerrufen werden. Danach gelten feste Einschränkungen: Dasselbe Spiel kann zur selben Zeit nur von einer Person gespielt werden; wenn du spielst, kann auch der Bibliotheksbesitzer dieses Spiel nicht gleichzeitig starten. Außerdem unterstützen manche Spiele die Freigabe ausdrücklich nicht.
Die Freigabe ist also für die Nutzung innerhalb eines Haushalts gedacht und ersetzt nicht den Kauf eigener Kopien. Eine Gruppe kann nicht gleichzeitig dieselbe freigegebene Bibliothek für dasselbe Spiel verwenden.
Regionsübergreifende Käufe scheitern an zwei Prüfungen
Die Preise unterscheiden sich tatsächlich je nach Region. Steam verlangt jedoch, dass die im Konto hinterlegte Region den tatsächlichen Umständen entspricht; regionsübergreifende Käufe verstoßen gegen die Nutzungsvereinbarung.
In der Praxis gibt es zwei Prüfungen. Erstens die Zahlungsmethode: Stimmen Kontoregion und Region der Zahlungsmethode nicht überein, schlägt die Transaktion meist direkt fehl. Zweitens eine nachträgliche Bewertung: Wird festgestellt, dass falsche Regionsangaben genutzt wurden, um günstigere Preise zu erhalten, kann die Kauffunktion eingeschränkt werden; in schweren Fällen ist auch eine Sperre möglich. Bereits gekaufte Spiele in der Bibliothek werden dabei nicht in eine andere Region übertragen.
Gespart wird nur die Preisdifferenz, aufs Spiel gesetzt wird die gesamte Spielebibliothek. Das Verhältnis ist eindeutig.
Wenn mehrere Konten wirklich nötig sind
Legitime Gründe für mehrere Konten gibt es, etwa wenn verschiedene Familienmitglieder jeweils ein eigenes Konto haben oder eine Person verschiedene Nutzungszwecke trennen möchte.
Diese Konten sollten unabhängig voneinander angemeldet werden, ohne sich gegenseitig zu überschreiben. Sinnvoll ist für jedes Konto eine eigene Browserumgebung, in der Parameter wie Sprache und Zeitzone konsistent bleiben; auch Zahlungsmethoden sollten nicht vermischt werden. Mit den Multi-Account-Umgebungen von PurpleMark lassen sich die Anmeldestatus getrennt speichern und zentral verwalten.
Unabhängig von der Organisation müssen die Konten aus echten, ordnungsgemäßen Registrierungen stammen. Konten mit Automatisierungstools massenhaft zu erzeugen, ist eindeutig regelwidrig. Die Erkennung der Plattform ist stärker, als viele annehmen, und Maßnahmen können ganze Gruppen von Konten treffen. Sind schon die Registrierungsdaten nicht echt, fehlen bei einem Einspruch außerdem belastbare Nachweise, und gekaufte Inhalte lassen sich nicht aus der Bibliothek übertragen.
Häufig gestellte Fragen
Kann man mehrere Steam-Konten mit derselben E-Mail registrieren? Das ist nicht zu empfehlen. Wiederholte Registrierungen mit derselben Adresse können zusätzliche Prüfungen auslösen und Verknüpfungen zwischen Konten schaffen.
Kann man mit der Familienfreigabe gleichzeitig spielen? Nein. Dasselbe Spiel darf zur selben Zeit nur von einer Person gespielt werden. Das ist eine technische Regel des Systems und keine Einstellung.
Was passiert, wenn ein regionsübergreifender Kauf erkannt wird? Die Plattform vergleicht Kontoregion und Region der Zahlungsmethode; nach einer Bestätigung kann die Kauffunktion des Kontos eingeschränkt werden.
Die Grundlagen sauber umsetzen
Für die Sicherheit eines Steam-Kontos braucht es keine komplizierten Tricks. Zwei-Faktor-Authentifizierung korrekt aktivieren, Wiederherstellungscodes offline speichern, die Anmeldeumgebung sauber halten und auf Kontoverleih sowie regionsübergreifende Käufe verzichten – damit lassen sich die meisten Risiken vermeiden.


