Der weltweite Secondhand-E-Commerce wächst schnell, und viele Verkäufer bieten ungenutzte Ware oder Restbestände auf ausländischen Wiederverkaufsplattformen an. Dieser Artikel stellt 12 Plattformen wie eBay, Poshmark, Depop, Mercari und Vinted vor und zeigt ihre Merkmale und geeigneten Produktkategorien.
Der Secondhand-E-Commerce wächst weltweit rasant. Mit dem zunehmenden Bewusstsein für nachhaltigen Konsum kaufen immer mehr Verbraucher gebrauchte Waren – von Kleidung und Elektronik bis zu Musikinstrumenten und Sammlerstücken. Für Verkäufer kann das Einstellen ungenutzter Artikel oder von Restbeständen auf ausländischen Secondhand-Plattformen ein vergleichsweise kostengünstiger Vertriebskanal sein.
Dieser Artikel stellt 12 wichtige ausländische Secondhand-Handelsplattformen vor und hilft bei der Auswahl nach Produktkategorie und Zielregion. Gebühren und Regeln können sich ändern; maßgeblich sind daher vor jeder Transaktion die jeweils aktuellen Bedingungen der Plattform.
Allgemeine Secondhand-Handelsplattformen
eBay
eBay wurde 1995 gegründet, hat mehr als 180 Millionen Nutzer und gehört zu den größten Online-Auktions- und Shopping-Websites der Welt. Verkäufer verwalten über Seller Hub Angebote, Verkäufe und Bewertungen und können zwischen Auktion und Festpreis wählen. Die Plattform eignet sich für zahlreiche Kategorien wie Elektronik, Mode, Haushalt, Sammlerstücke und Autoteile. Üblicherweise fallen Angebotsgebühren und vom Verkaufspreis abhängige Verkaufsprovisionen an; Werbetools können zusätzliche Kosten verursachen.
Facebook Marketplace
Der in Facebook integrierte Secondhand-Marktplatz ist eng mit Freunden und lokalen Communities verknüpft. Angebote lassen sich schnell einstellen; für die meisten Kategorien fallen keine Einstell- oder Verkaufsgebühren an. Persönliche Übergabe und Versand werden unterstützt, Käufer und Verkäufer können über Messenger kommunizieren. Gut geeignet für den lokalen Verkauf von Möbeln, Elektronik, Fahrzeugen und anderen größeren oder alltäglichen Gegenständen.
OfferUp
Eine mobile App mit Schwerpunkt auf lokalem Secondhand-Handel in den USA, besonders beliebt in städtischen und vorstädtischen Communities. Das Einstellen ist kostenlos; bei Versandtransaktionen wird eine prozentuale Gebühr auf den Verkaufspreis erhoben. Geeignet, um ungenutzte Dinge schnell zu verkaufen und Käufer in der Nähe zu finden.
Craigslist
Eine Kleinanzeigenplattform in mehr als 70 Ländern und Regionen mit einfacher Oberfläche und großer Nutzerbasis. Anzeigen sind in den meisten Kategorien kostenlos; für bestimmte Bereiche wie Immobilien, Fahrzeuge und Stellenanzeigen werden Gebühren erhoben. Geeignet für lokale persönliche Transaktionen mit gebrauchten Waren und Dienstleistungen.
Carousell
Eine in Singapur entstandene Secondhand-Plattform, die sich auf Südostasien, Australien und weitere Märkte ausgeweitet hat. Verkäufer können kostenlos inserieren, kostenpflichtige Hervorhebungen buchen und persönliche Übergabe oder Versand nutzen. Geeignet für ungenutzte und gebrauchte Waren mit Zielmarkt Südostasien.
Plattformen für Mode und Bekleidung
Poshmark
Poshmark wurde 2011 in den USA gegründet und konzentriert sich auf Secondhand-Mode. Eine Besonderheit ist das Social Shopping: Nutzer können Angebote teilen und liken und an thematischen „Posh Party“-Events teilnehmen, um mehr Sichtbarkeit zu erhalten. Die Plattform ist in den USA, Kanada und Australien aktiv; die Nutzerschaft besteht überwiegend aus jüngeren Frauen. Das Einstellen ist kostenlos, nach dem Verkauf fällt eine Gebühr an – bei günstigen Artikeln ein kleiner Festbetrag, bei höherpreisigen Artikeln ein prozentualer Anteil. Geeignet für Mode, Schuhe, Taschen und Accessoires.
Depop
Depop hat seinen Hauptsitz in London und ist auf Secondhand-Mode und kreative Produkte spezialisiert. Die Oberfläche erinnert an soziale Netzwerke und ist besonders bei jüngeren Nutzern beliebt. Das Einstellen ist kostenlos; nach dem Verkauf fällt eine prozentuale Provision zuzüglich Zahlungsabwicklungsgebühren an. Geeignet für Vintage-Mode, kreative Stücke und Trendartikel.
ThredUp
Eine Online-Kommissionsplattform für gebrauchte Kleidung: Verkäufer schicken ihre Kleidung ein, und die Plattform übernimmt Qualitätsprüfung, Preisfestlegung, Einstellung und Versand. Nach dem Verkauf erhält der Verkäufer einen Anteil am Erlös. Dadurch entfallen das Erstellen von Angeboten und der Kundendienst. Geeignet für die gebündelte Abgabe größerer Mengen gebrauchter Kleidung.
Vinted
Eine der führenden europäischen Plattformen für Secondhand-Mode mit Märkten unter anderem in Deutschland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien und den USA. Verkäufer zahlen weder Einstellgebühren noch Provisionen; Käufer tragen eine Käuferschutzgebühr, zusätzlich gibt es kostenpflichtige Werbefunktionen. Geeignet für den grenzüberschreitenden Verkauf gebrauchter Kleidung und Accessoires.
Nischen- und Premium-Plattformen
Mercari
Mercari hat seinen Hauptsitz in Japan; die Nutzer kommen vor allem aus Japan und den USA und decken verschiedene Altersgruppen ab. Die Plattform bietet mehrere Versandoptionen und ein Bewertungssystem für Käufer und Verkäufer. Es wird eine vom Verkaufspreis abhängige Transaktionsgebühr erhoben. Geeignet für Elektronik, Kleidung, Haushaltswaren, Spielzeug und weitere Kategorien und auch bei vielen grenzüberschreitenden Verkäufern beliebt.
Reverb
Eine Secondhand-Plattform speziell für Musikinstrumente und Musikequipment, genutzt von Musikern und Sammlern weltweit. Angebote können mit Bildern und Videos präsentiert werden. Die Plattform erhebt eine Verkaufsprovision sowie zusätzliche Gebühren für die Zahlungsabwicklung. Geeignet für Instrumente, Audio- und Aufnahmetechnik sowie andere spezialisierte Kategorien.
Tradesy (mit Vestiaire Collective fusioniert)
Eine Secondhand-Plattform mit Fokus auf hochwertige Mode und Luxusgüter. Angebote werden streng geprüft und erfordern hochwertige Fotos und detaillierte Beschreibungen. Die Gebühren sind vergleichsweise hoch. Geeignet für Luxushandtaschen, Schuhe und Designermarken.
Wie wählt man die passende Secondhand-Plattform?

Drei Punkte helfen bei der Entscheidung:
- Passende Kategorie: Für Kleidung eignen sich Poshmark, Vinted und Depop; für Musikinstrumente Reverb; für allgemeine ungenutzte Waren eBay und Facebook Marketplace; für schnellen lokalen Abverkauf OfferUp und Craigslist;
- Zielmarkt: Für die USA eignen sich eBay, Poshmark und OfferUp; für Europa Vinted; für Südostasien Carousell; für Japan Mercari;
- Gebühren und Aufwand: Wer möglichst wenig selbst erledigen möchte, kann einen Kommissionsdienst wie ThredUp wählen. Wer selbst einstellt und versendet, nutzt klassische Marktplätze und sollte Provisionen sowie Zahlungsgebühren beachten.
Kontoverwaltung beim Verkauf auf mehreren Plattformen
Viele Verkäufer bieten ihre Waren gleichzeitig auf mehreren Secondhand-Plattformen an, um die Reichweite zu erhöhen. Mit der Zahl der Plattformen wächst auch die Zahl der Konten. Dann kann es leicht passieren, dass verschiedene Shop-Konten im selben Browser nebeneinander genutzt werden, Cookies und Anmeldestatus sich gegenseitig beeinflussen oder versehentlich das falsche Konto geöffnet wird.
Wenn du Shop-Konten auf mehreren Plattformen verwalten musst, kannst du nach dem Prinzip „ein Plattformkonto, eine separate Umgebung“ organisieren. Nutze für verschiedene Shops voneinander isolierte Browserumgebungen, binde bei erforderlichen regionalen Logins den passenden Proxy an und unterscheide Konten schnell über Gruppen und Notizen. Mit der Webversion von PurpleMark kannst du beispielsweise für jede Plattform oder jeden Shop eine eigene Umgebung anlegen und benennen beziehungsweise gruppieren; bei Teamarbeit helfen Mitgliederrechte und Aktionsprotokolle bei einer klaren Aufgabenverteilung.
Beachte, dass die meisten Plattformen eigene Regeln dazu haben, ob dieselbe Person oder dasselbe Unternehmen mehrere Konten führen darf. Separate Umgebungen dienen dazu, die eigenen Konten regelkonform zu verwalten und Vermischungen oder Bedienfehler zu vermeiden. Ob mehrere Konten erlaubt sind, richtet sich nach den Nutzungsbedingungen der jeweiligen Plattform.
Häufig gestellte Fragen
Welche Plattform eignet sich am besten zum Verkauf gebrauchter Waren?
Für allgemeine ungenutzte Dinge eignen sich eBay und Facebook Marketplace; für Mode Poshmark, Vinted und Depop; für Musikinstrumente Reverb; für schnelle lokale Verkäufe OfferUp oder Craigslist. Am effektivsten ist eine Auswahl passend zu Kategorie und Zielmarkt.
Welche Gebühren fallen beim Verkauf auf ausländischen Secondhand-Plattformen an?
Typisch sind Einstellgebühren (bei manchen Plattformen kostenlos), Verkaufsprovisionen und Zahlungsabwicklungsgebühren. Die Unterschiede zwischen den Plattformen sind groß, und Luxus-Kommissionsplattformen verlangen meist höhere Gebühren. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Gebührenübersicht der Plattform.
Kann man auf Secondhand-Plattformen auch Neuware verkaufen?
Ja. Die meisten Plattformen erlauben auch neue Waren, obwohl ihre Positionierung stärker auf gebrauchte und ungenutzte persönliche Gegenstände ausgerichtet sein kann. Manche Plattformen haben besondere Kategorie- oder Preisvorgaben für Neuware; prüfe daher die jeweiligen Regeln.
Kann eine Person gleichzeitig auf mehreren Secondhand-Plattformen Shops eröffnen?
Die meisten Plattformen erlauben Verkäufern, Shops mit ihren echten Daten zu eröffnen. Die Regeln für mehrere Konten derselben Person oder desselben Unternehmens unterscheiden sich jedoch. Wer plattformübergreifend verkauft, sollte die Vorgaben jeder Plattform einhalten und die Kontoumgebungen sauber verwalten.
Eignen sich ausländische Secondhand-Plattformen für Einsteiger?
Ja. Plattformen wie eBay und Facebook Marketplace haben meist niedrige Einstiegshürden. Einsteiger können mit einigen kleinen ungenutzten Artikeln beginnen und nach dem Kennenlernen der Abläufe weitere Kategorien hinzufügen.


